Frontotemporaie Demenz
PD Dr. Janine Diehl-Schmid, Klinik für Psychiatrie der TU München
Die frontotemporalen lobären Degenerationen (FTLD) verursachen eine Gruppe dementieller Erkrankungen - die frontotemporaie Demenz, die semantische Demenz und die nicht-flüssige progressive Aphasie - deren Leitsymptome in erster Linie Veränderungen des Verhaltens, des Sprachverständnisses und der Sprachproduktion sind. Aufgrund ihrer relativen Seltenheit bemühte sich die Forschung lange Zeit kaum um diese Erkrankungen, die sich sowohl in ihrer klinischen Ausprägung als auch in den zugrunde liegenden genetischen, pathologischen und biochemischen Substraten von der häufigsten Form der Demenz, der Alzheimer-Krankheit, unterscheiden. Erst in den letzten Jahren, seit Einführung operationalisierter Diagnosekriterien, nahm das wissenschaftliche Interesse an den FTLD deutlich zu.
Im Seminar soll der aktuelle Stand des Wissens über Epidemiologie, Risikofaktoren und pathologische Grundlagen vermittelt werden. Anhand von eigenen Daten, aktuellen Publikationen und Resultaten, die auf internationalen Workshops präsentiert wurden, wird der Krankheitsverlauf mit der typischen kognitiven, nicht kognitiven und somatischen Symptomatik aufgezeigt. Diagnostische Möglichkeiten werden dargestellt und die differentialdiagnostische Abgrenzung zu psychischen und neurologischen Erkrankungen erörtert. Fallvorstellungen und Patientenvideos werden zur Illustration präsentiert. Schließlich werden die derzeitigen therapeutischen Optionen sowie die Angehörigenarbeit dargestellt. Es besteht die Möglichkeit zur Diskussion eigener Fälle.